Immer mehr Menschen denken über einen Wechsel in die private Krankenversicherung nach. Denn, Fakt ist, die Leistungen in der PKV sind auf jeden Fall besser. Dabei ist nicht nur die medizinische Leistung im Vordergrund, für manche Personen zahlt es sich auch finanziell aus. Doch die Mehrzahl der Versicherten in der PKV zahlt letztendlich höhere Beträge als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das liegt an der Beitragssteigerung im Alter.
Prinzipiell ist es so, dass junge, gut verdienende Alleinstehende in der privaten Krankenversicherung am besten gegenüber der GKV (gesetzlichen Krankenversicherung) abschneiden. Der Beitrag ist für diese Personengruppe günstiger gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung, was daran liegt, dass in der GKV der Beitrag nach dem Verdienst bemessen wird. Also Personen mit hohem Einkommen oder Selbständige und Freiberufler zahlen in der PKV immer dieselben Beiträge, in der GKV zahlen sie die Höchstbeiträge. Für alle anderen ist die private Krankenversicherung wegen der besseren Leistungen zwar interessant, aber finanziell nicht unbedingt ein Vorteil. Denn auch wenn der Wechsel in jungen Jahren und bei einem gesunden Lebenszustand stattfindet, ist es so, dass zwar die Beiträge erst günstig sind, aber mit der Zeit steigen. Denn die meisten Tarife sind dynamisch und die Beiträge werden laufend angepasst. Außerdem ist noch zu bedenken, dass in der privaten Krankenversicherung die Familienangehörigen nicht automatisch mitversichert, das kann zu Mehrkosten führen.
Sind Kinder zu erwarten, müssen diese extra versichert werden. Ausnahme ist, wenn der Ehepartner in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, dann können die Kinder hier kostenlos mitversichert werden. Die Beitragssteigerung in der PKV beträgt in der Regel das dreifache im Alter. Nur wenn man in eine PKV wechselt, die einen möglichst konstanten Beitrag anbietet, ist man vor einer so drastischen Erhöhung relativ sicher. Vergleiche der Versicherer sollten vor Abschluss genau vorgenommen werden, sind die Tarife doch entscheidend für den späteren Beitrag.
Denn, ein krasses Beispiel: ein gesunder, junger Mensch zahlt anfangs mit 25 Jahren einen Beitrag von 200 Euro, mit 65 Jahren kann dieser Beitrag bereits 600 Euro oder mehr ausmachen. Ein Tipp: es ist ratsam, sich für die späteren, teureren Beiträge monatlich etwas zu sparen. Neu ab Januar 2009 ist, dass jeder, der den Versicherungsstatus erreicht, also Einkommensgrenze und Beruf und der nicht gesetzlich versichert ist, in der privaten Krankenversicherung zumindest mit dem Basistarif versichert werden muss, wenn er das möchte. Auch Personen, die bisher von der privaten Krankenversicherung abgelehnt wurden, müssen nun aufgenommen werden. Auch für Personen, die nicht mehr in der PKV versichert sind, mangels Zahlung beispielsweise, gilt das Rückkehrrecht.
Sogar wer nicht komplett gesund ist, wird den Basistarif bekommen, denn es sind keine Risikozuschläge einkalkuliert. Andersherum führt diese Regelung höchstwahrscheinlich zu einem Anstieg der Beiträge, weil es für die Versicherungen teurer wird, auch Kunden zu versichern, die mehr Risiko mitbringen. Die daraus entstehenden Mehrkosten müssen ergo die anderen Tarife tragen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass zwar die medizinischen Leistungen in den meisten Tarifen der PKV besser sind gegenüber der GKV, aber es nicht unbedingt ein finanzieller Vorteil ist, zu wechseln.