Die Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung unterscheiden sich gravierend von den Leistungen in der privaten Krankenversicherung. Dabei geht es nicht nur um das Thema bessere Versorgung in einem Krankenhaus, es betrifft vielmehr fast alle Versorgungsmöglichkeiten. Die Behandlung als gesetzlich Versicherter ist wesentlich eingeschränkter bei der Wahl des Arztes, der Behandlungsmethode oder den Heilmitteln. Freie Wahl gibt es zumeist gar nicht und alle Zusatzkosten muss der Versicherte selbst berappen.
Ein Beispiel der Zahnersatz. Die gesetzliche Krankenkasse kommt nur sehr bedingt für Zahnersatz auf, Implantate werden überhaupt nicht mehr bezahlt. Dabei steht eines fest: irgendwann machen uns die Zähne Probleme, ob als älterer Mensch oder als Kind spielt keine Rolle. Zahnkorrekturen (oder Kieferregulierungen) und damit eine wichtige medizinische Korrektur werden nur sehr mäßig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Da hören die Unterschiede zur PKV aber nicht auf. Die Tarife unterscheiden sich in den privaten Krankenkassen zwar, aber die meisten beinhalten die Kostenübernahme für verschiedene Vorsorgeuntersuchungen und Diagnostik.
Eine eher unangenehme Koloskopie (Darmspiegelung) kann mit einer Magnetresonanztomographie umgangen werden und hat denselben Effekt, wird aber nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, weil viel zu teuer. Oder eine Brustkrebs-Diagnostik: eine Kernspintomografie ist wesentlich angenehmer und auch effektiver (Früherkennung von Brustkrebs liegt bei über 90%, bei einer Mammographie bei über 40%), aber leider auch wesentlich teurer. Darum bezahlt diese Vorsorgeuntersuchung die gesetzliche Krankenkasse nicht. Das ist im Prinzip verständlich, wenn das Ergebnis dasselbe ist und Kosten gespart werden können.
Würden alle gesetzlich Versicherten in den Genuss dieser neuen, sehr kostenintensiven Technologien kommen, würden die Kosten explodieren. Nur in Sonderfällen werden diese Untersuchungsmethoden von der GKV genehmigt. Auch Heilpraktiker Behandlungen oder alternative Heilmethoden, insbesondere chinesische und indische Heilverfahren, werden nicht von der GKV (gesetzliche Krankenversicherung) unterstützt. Nun liegt es nahe, sich privat krankenversichern zu lassen. Denn besonders die neuen Technologien werden zumeist von den privaten Versicherern angeboten, als Unterschied zur GKV. Diese ist jedoch der Meinung, wenn letztendlich dasselbe Ergebnis bei der Untersuchung herauskommt, auch wenn es für den Patienten unbequemer und langwieriger ist, müssen diese Mehrkosten nicht sein.
Wer soll sie auch tragen? Ein Wechsel in die private Krankenversicherung sollte gut überlegt werden, die Beiträge erhöhen sich im Laufe der Jahre und wer Kinder hat, muss diese extra versichern. Wichtig ist es, bei der Masse an Angeboten der privaten Krankenversicherungen auch die passende zu finden. Der Tarif muss den Lebensumständen perfekt angepasst werden. Singles sollten wechseln, die Leistungen sind besser und angenehmer. Der Tarif für den Alleinstehenden rechnet sich, wenn er gerne gut abgedeckt sein und als Privatpatient viele Vorteile in der medizinischen Behandlung genießen möchte. Bei Familien muss ein Wechsel in die private Krankenkasse gut überlegt werden. Es ist ratsam, sich eingehend zu informieren und verschiedene Angebote genau unter die Lupe zu nehmen. Ein Wechsel ist eine schwerwiegende Entscheidung, eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse ist zumeist unmöglich. Eine Alternative wäre eine private Krankernzusatzversicherung.