Ausländer PKV, Ausländer Private Krankenversicherung

Im Gegensatz zu einer Mitgliedschaft in einer der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), ist es für Ausländer in Deutschland weitaus problematischer, den erforderlichen Versicherungsschutz bei einer Privaten Krankenversicherung (PKV) zu erlangen. Im Falle einer gesetzlichen Krankenversicherung sieht es für Ausländer recht einfach aus: Sofern in Deutschland eine berufliche Tätigkeit aufgenommen wurde oder aber Sozialleistungen bezogen werden, werden sie Mitglied in einer der gesetzlichen Krankenkassen, wobei die Wahl nach der bevorzugten Krankenkasse natürlich frei ist.

Bei einem Versicherungsschutz einer Privaten Krankenversicherung ist die Sache schon ein wenig komplizierter. Dies rührt daher, dass bei der Krankenversicherung von Ausländern oftmals besondere Anforderungen zu berücksichtigen sind. Beispielsweise kann es sein, dass der erforderliche Versicherungsschutz nicht allzu lang benötigt wird, sondern nur für einen bestimmten, mehr oder weniger kurzen Zeitraum, jedoch nicht dauerhaft. Des Weiteren sollen vielleicht auch Familienmitglieder des Versicherten mit versichert werden. Eine Mitversicherung der Familienmitglieder hat jedoch immer Auswirkungen auf die Höhe des zu zahlenden Beitrages.

Viele ausländische Versicherungsnehmer haben zudem den Wunsch, dass die in Deutschland abgeschlossene Private Krankenversicherung für Ausländer auch im jeweiligen Heimatland des Einzelnen Schutz bietet. Ist dies der Fall, sind seitens der PKV folglich je nachdem um welches Land es jeweils geht, viele Besonderheiten zu beachten. Soll bei einigen ausländischen Versicherten zudem auch der Ehepartner nach Deutschland nachkommen, wird die Gestaltung einer erfolgreichen Krankenversicherung noch etwas schwieriger. Auslösende Faktoren für diese Problematik sind hier die einzelnen Unterschiede zwischen den verschiedenen Versicherungsanbietern, denn diese können unter Umständen enorm sein.

So ist es zum Beispiel bei einigen Versicherungen überhaupt kein Problem, auch den nachkommenden Ehepartner des Versicherten noch in die Krankenversicherung mit aufzunehmen, bei anderen Anbietern jedoch ist dies schlichtweg nicht möglich. Es kann auch passieren, dass bestimmte Versicherungsunternehmen eine gewisse Zeit fordern, die sich der Antragsteller bereits in Deutschland aufhalten muss. Erst dann erhält dieser die Möglichkeit zur Antragsstellung.

Nicht zu unterschätzen sind zudem die sprachlichen Verständigungsprobleme. Es ist nicht davon auszugehen, dass jeder Versicherungsvertreter die jeweils fremde Sprache beherrscht und die einzelnen Vertragsbedingungen in einer Fremdsprache erläutern zu weiß. Für Ausländer ist es daher ratsam, einen Dolmetscher hinzu zu ziehen. Trotzdem haben bei diesem Thema viele Krankenversicherungen bereits reagiert und ihr Angebot um fremdsprachliche Beratung erweitert.

Wirklich sinnvoll ist eine Private Krankenversicherung für Ausländer sowieso nur dann, wenn sie dauerhaft in Deutschland leben und hier auch über ihren Wohnsitz verfügen. Bezüglich der Tarife ist es so, dass diese bei Privaten Krankenversicherungen für Ausländer gestaffelt sind. Diese Staffelung richtet sich nach der Aufenthaltsdauer des ausländischen Antragstellers. Neben der Grundversorgung ist es dann möglich, diverse Leistungen zusätzlich zu kaufen und sich auf diese Weise eine individuelle Krankenversicherung zusammenzustellen, die optimal auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist. Der Nachweis einer Krankenversicherung wird zumeist schon dann verlangt, wenn man als Ausländer ein Visum für Deutschland beantragt. Ferner bieten auch gesetzliche Krankenkassen Ausländern die Möglichkeit, sich privat zu versichern.